Willkommen im Forsthaus
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Willkommen im Forsthaus
Im Interview: Die neue Chefin des Forsthauses, Heike Elsholz
Sie ist von weither gekommen und hat bereits nach wenigen Monaten hautnah erlebt, was Herbert Grönemeyer in seiner Ruhrgebietshymne besungen hat: „Von klarer offner Natur, urverlässlich, sonnig, stur“, so sind die Menschen hier im Ruhrgebiet und Heike Elsholz ist davon begeistert. Für das Sozialwerk hat Stefan Osthoff die neue Direktorin Gastronomie der Villa Claudius besucht und nach ihrem neuen Aufgabengebiet befragt. Heike Elsholz wird sich zunächst in erster Linie um das ab 01.01.2010 offiziell zur Villa Claudius gehörige Forsthaus kümmern und berichtet von umfassenden Veränderungen dort.
Es ist Sonntagmittag. Gerade ist das Nachtischbuffet des Sonntagsbrunches aufgetragen worden. Fast jeder Tisch im Forsthaus ist besetzt, im Kaminraum finden einige kleine Feiern statt und einige Pärchen, die lange vorher bestellt haben, laben sich auch noch am Buffet. Im vorderen Raum wärmen sich Schneespaziergänger auf und die ersten warmen Apfelstrudel werden auch schon bestellt. Zwischen Brunch und Kaffee findet Heike Elsholz aber trotzdem Zeit, auf einige Fragen zu antworten.
Frau Elsholz, ist das hier immer so voll?
Heike Elsholz: (lacht) Nein, so voll ist es nur, wenn wir Sonntagsbrunch haben, da bekommt man in der Regel nur einen Tisch, wenn man vorbestellt hat.
Ist denn die Arbeit als Chefin im Forsthaus Ihr Hauptaufgabengebiet und was macht eigentlich eine Direktorin Gastronomie bei der Villa Claudius?
Elsholz: Ja, Chefin im Forsthaus zu sein und dafür zu sorgen, dass wir hier ein starkes Team werden, ist sicher für das nächste Vierteljahr meine Hauptaufgabe. Aber ich möchte auch für die anderen Bereiche der Villa Claudius zur Verfügung stehen.
Und was bedeutet das?
Elsholz: Ich besuche die Mensen in der Gesamtschule, der Grundschule und dem Finanzamt und werde die Teams dort hinsichtlich der Arbeitsorganisation und der Optimierung der Abläufe unterstützen. Ich bin Ansprechpartnerin bei Problemen und berate auch die Geschäftsleitung bei der Strukturierung der Arbeitsfelder der Villa Claudius. Das alles steht aber noch ganz am Anfang. Ich lerne die Mitarbeiter dort kennen und versuche erste Eindrücke weiter zu geben. Zunächst einmal ist mein Arbeitsschwerpunkt sicher das Forsthaus. Dabei helfen mir meine bisherigen beruflichen Erfahrungen.
Welche?
Elsholz: Ich habe mehr als 10 Jahre im 5-Sterne-Hotelbereich, dann als private Gastronomin und zuletzt 8 Jahre im non-Profit-Hauswirtschaftsbereich einer Klinik in Berlin gearbeitet.
Wie groß ist denn das Team des Forsthauses im Moment?
Elsholz: Wir haben zwei Vollzeit- und zwei Halbtagskräfte, darüber hinaus versuchen wir alle weiteren Aufgaben mit Aushilfen abzudecken, denn Ziel für die Zukunft ist, dass wir weitere Arbeitsplätze für Mitarbeiter/innen mit Behinderungen innerhalb der Villa Claudius schaffen. Dazu wollen wir hier im Forsthaus bessere Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer mit Behinderungen schaffen und das bedeutet in erster Linie, das Tagesgeschäft auszubauen. Besonders freue ich mich, dass schon eine der Vollzeitstellen, nämlich die unseres Hausmeisters, einen Arbeitsplatz für einen Mitarbeiter dieser Zielgruppe bietet.
Das Restaurant Forsthaus braucht einen eigenen Hausmeister?
Elsholz: Nun, das Forsthaus ist mehr als ein Restaurant bzw. soll mehr werden. Ich wünsche uns, dass wir zum Sommer unseren großen Außenbereich richtig nutzen können und auch der Außenspielplatz dann fertig ist. Darüber hinaus bieten wir in der ersten Etage Seminarräume an und wollen somit das Forsthaus auch für Seminare und Schulungen zum attraktiven Standort entwickeln. In ungestörter Atmosphäre und malerischer Natur können sich Gäste zurückzuziehen und gleichzeitig arbeiten.
Das Forsthaus würde sich damit ja ganz anders darstellen, als bisher. Was wird denn aus dem „Nobelrestaurant“ Forsthaus?
Elsholz: Nobelrestaurant? Das habe ich bisher hier nicht erlebt und nur aus Gerüchten wahrgenommen. Sehen Sie sich hier um. Nach einem Waldspaziergang mit moderigen Schuhen oder nasser Kleidung unser Restaurant zu besuchen, das ist kein Problem. Blitzschnell lassen sich Mobiliar und Boden reinigen. Wir sind nicht nobel. Unsere Gäste erwartet hier ein behagliches und idyllisches Ambiente sowie eine leichte mediterrane Küche, die in Zukunft auch in besonderer Weise familienfreundlich sein wird. Hier sollen sich auch Kinder wohlfühlen dürfen und ihre Eltern bezahlbare und schmackhafte Gerichte auch für Kinder auf der Speisekarte finden.
Da muss ich noch mal einhaken: Bisher haben sich schon viele Menschen, die unmittelbar mit dem Sozialwerk zu tun haben, also z.B. Eltern und Lehrer der Schulen gefragt, wie das von der Villa Claudius betriebene Forsthaus eigentlich zu der Ausrichtung und den Aufgaben des Sozialwerkes passt?
Elsholz: Auch davon habe ich gehört, aber dazu müssten Sie eher die Geschäftsleitung befragen. Ich kann dazu nur sagen, dass ab 01.01.2010 die Villa Claudius offiziell Pächter und Betreiber des Forsthauses ist und wir uns zu hundert Prozent unter das neue Leitbild des Sozialwerkes stellen möchten. Schließlich sind alle Menschen im Umfeld des Sozialwerkes eine unserer Hauptzielgruppen. Und das sind in erster Linie Eltern mit Kindern und die möchten wir alle hier willkommen heißen.
Und die Geschäftsleitung, wer ist das genau?
Elsholz: Nun, den Vorstand des Sozialwerkes bilden Joachim Stahlschmidt und Volkhard Trust und sie sind damit auch die Geschäftsleitung des Forsthauses.
Noch einmal zurück zu den eigentlichen Mitarbeitern hier im Restaurant: Ich erkenne Oberstufenschüler und ehemalige Schüler/innen wieder.
Elsholz: Ja, das stimmt, darüber freue ich mich und sie dürfen sich auch gerne weiter hier melden, besonders im Hinblick auf das ab April beginnende Terrassengeschäft. Wir stellen Hilfen, nicht nur im Servicebereich, sondern auch in der Küche ein. Der Vorteil aller Schüler/innen der MC-Schulen ist, dass sie den Umgang mit Menschen mit Handicaps gewöhnt sind und keine Berührungsängste haben. Das macht auch das Zusammenarbeiten mit den Mitarbeitern des Forsthausteams einfacher.
Darüber hinaus freuen wir uns über jede Form von Anregungen, z. B. von Eltern der Schulen. Das ist ja etwas, was alle Menschen im Umfeld der Matthias-Claudius-Schulen gut kennen und darauf setzen wir auch in Zukunft. Seien es Ideen zur Dekoration und Gestaltung, zur Speisekarte oder auch zum programmlichen Angebot.
Woran denken Sie da?
Elsholz: Nun, der Kaminraum hier im Forsthaus eignet sich nicht nur wunderbar für alle Festlichkeiten für bis zu 100 Personen. So etwas kann man bei uns jederzeit, also auch außerhalb unserer Öffnungszeiten buchen. Ich kann mir darüber hinaus auch ein Forum für regelmäßige kleine Veranstaltungen, z. B. Matinées oder Kabarettabende vorstellen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass viele der Gäste mit mir schon darüber ins Gespräch gekommen sind und ihre Ideen äußern.
Sie werden dazu hier im Restaurant bei einer Bestellung angesprochen?
Elsholz: Ja, das ist schon faszinierend hier im Ruhrgebiet. Ich komme aus Berlin und kenne das so nicht, aber hier erlebe ich das eigentlich fast jeden Tag und freue mich auch, die weiteren Ideen der MCS-Großfamilie mitgestalten zu können und ich freue mich auch darauf, dass das Forsthaus ein richtiger Bestandteil dieser Familie werden wird.

